Selig
ist der Mann, der die Anfechtung erduldet;
denn nachdem er bewährt ist, wird er die
Krone des Lebens empfangen! Jakobus 1,12
Ihr lieben Missionsfreunde!
Zu keiner Zeit war es wirklich
einfach, das Zeugnis vom frei machenden Evangelium weiterzusagen, wenn man auf
die Verhältnisse schaute. Während die Gemeinden in Amerika, Asien und Afrika
heute wachsen, ist es in den Ländern Westeuropas und den muslimischen Staaten,
ja sogar in Israel selbst, schwieriger denn je, von Jesus zu reden (siehe
Bild). Die Fürbitte und der Einsatz für deswegen leidende Geschwister muß für
uns selbstverständlich sein! Doch wie
sieht es bei uns im Land und in der westlichen Welt wirklich aus? Zwar wird in
allen Medien, in Fernsehen, Rundfunk, Internet und Zeitschriften von Jesus
geredet, aber die Anfechtungen des biblischen Glaubens durch unterschwellige
Gewalt und falsche Lehren mit Anpassung an den Zeitgeist unter Christen ist im
Westen größer als je, so daß selbst mancher „prominente Christ“ sich öffentlich
schockiert zeigt. - Zum Beispiel mit
diesen Worten: „Die Kirche ist ein Irrenhaus, das mehrere Abteilungen hat –
ein großer Teil der Pfarrer glaubt nicht mehr an die Auferstehung Jesu und man
hat nicht einmal mehr eine gemeinsame Bibel.“ Mit diesen scharfen Worten
kam angesichts der lehr-und Glaubensmäßigen Verwirrung und einer neuen
feministischen Bibelübertragung für die Kirchen, der sonst so ruhige
emeritierte Evangelist, Dr. Theo Lehmann, aus Sachsen im lutherischen Magazin
„CA“. in Rage.
- Wer einen größeren Überblick hat,
wird wissen, daß diese beklagenswerten Zustände sich nicht nur auf deutsche
Volkskirchen beschränken, sondern auch in Freikirchen und völlig freien
Gemeinden, Verwirrung und falsche Lehren im Vormarsch sind. Die Heilige Schrift
sagt genau das für die Zeit vor Jesu Wiederkommen voraus, und eben nicht „eine
große weltweite Erweckung“, wie manche meinen, vielmehr den großen Abfall
vieler vom biblischen Glauben (Matth. 24,10; 2.Tim.3,5 und 4,3). Dieser Riß geht
heute nicht nur quer durch Kirchen und Gemeinden, sondern auch durch
christliche Familien (Lk.12,53). Wer immer solches erlebt, der weiß, wie weh es
tut, Verleumdung, Zertrennung und Feindschaft um des Evangeliums willen zu
erfahren.
Aber welch ein Trost!
Gerade in diese Situation hinein
spricht Gottes Wort zu uns und hebt unseren Blick auf Jesus und Sein herrliches
Ziel mit uns! „Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet…!“ (Jak.1,12)
„Selig“ heißt nach dem Urtext „gerettet und glücklich.“ - Das also
dürfen wir inmitten aller Not, Verfolgung und Zwietracht sein, als Männer und
Frauen Gottes! Hast Du das schon gewußt? - Mit dem Wort „Mann“ ist natürlich
auch jede gläubige Frau mitgemeint! Wenn im Neuen Testament „Brüder“
angesprochen werden, so sind immer auch die gläubigen Frauen mit gemeint!! Die
Frauen zur Zeit des Neuen Testaments, hatten noch keine Minderwertigkeits- und
Hochmutskomplexe. Sie waren ganz gewiß von Gott angenommen und getragen. Wir
Christen heute müssen darum auch nicht im falschen Gehorsam gegen „eine
modernistisch-feministische Sprachregelung“ von „Christinnen und Christen“
reden, wie es neuerdings sich auch unter Gläubigen mehr und mehr einbürgert. -
Wir halten uns an die biblische Sprache, und die genügt völlig; auch wenn uns vom
„Zeitgeist“ um so mehr widersprochen wird! Bei Gott sind Männer und Frauen
absolut gleichwertig, obwohl sie unterschiedliche Begabungen und Aufgaben von
Gott erhalten haben. Wir müssen das feministische „Sprachtraining“ nicht
mitmachen! Auch das gehört ja zur heutigen Anfechtung hinzu, und es scheint uns
oft, als lebten wir in einer sich mehr und mehr völlig vom Christentum
entfremdenden Gesellschaft. Der allgemeine Werteverfall in den letzten 15
Jahren ist beispielsweise kaum noch zu fassen in Deutschland. Und trotzdem
werden wir hier aufgefordert im Jakobusbrief, uns als glückliche und
gerettete Menschen zu begreifen, die nichts mehr aus Gottes Hand reißen
kann! Angesichts der oben beschriebenen Tatsachen und des eigenen Erlebens
erscheint uns das oft wie ein weltfremder Widerspruch. Doch in Vers 2 folgende,
erklärt uns Jakobus, warum wir dennoch selig sind: „…achtet es für lauter
Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtung fallt, und wisset, daß euer Glaube,
wenn er bewährt ist, Geduld wirkt. Die Geduld aber soll ihr Werk tun bis an das
Ende, auf daß ihr seid vollkommen und ohne Tadel und kein Mangel an euch sei.“ Alle Dinge, die wir erleben, sollen uns ja zum
Besten mitwirken (Röm.8,28), wie der Herr durch Paulus sagt! - Wieso das? - Weil Gott die Macht hat, aus Bösem Gutes
hervorzubringen. Denken wir nur an unseren Herrn und Heiland, den der Teufel
blutig verfolgte von Geburt an und der schließlich auf üble Weise am Kreuz
umgebracht wurde. Aber was machte Gott daraus?!
Er verwandelte das alles in einen herrlichen Triumph durch die
Auferstehung Jesu, ER machte so das Kreuz zum Zeichen und Platz an dem die
Rettung aller Sünder vollbracht und angeboten wird! Denken wir auch an die
Schicksale der Apostel, die allesamt ein entbehrungsreiches Leben in Verfolgung
hatten und meist auch als Märtyrer starben. - „Welch Glück ist’s erlöst zu
sein, HERR, durch Dein Blut, das heilt die Gebrechen fein macht alles gut.“ So
heißt es zu recht in einem alten Glaubenslied! - Denken wir an die zahllosen
Märtyrer in der Missionsgeschichte, die bewußt Neuland betraten und oft nur
wenige Stunden oder Wochen dort überlebten, aber mit ihrem Leben und Sterben
das Evangelium den abgelegensten Völkern brachten. Denken wir an die Märtyrer
und Christen in Sudan, Irak, Iran oder Nordkorea, die unsägliches Leid erfuhren
und noch immer ertragen müssen, um des Glaubens Willen! Denken wir an gläubige
Väter und Mütter hier in Deutschland, denen man um des Evangeliums willen eine
Scheidung aufdrückt und ihnen obendrein mit Lügen und Intrigen noch den Zugang
zu ihren Kinder entzieht. Denken wir an Eltern, die von ihren Kindern verachtet
und ignoriert werden, weil die jungen Leute mit „Frömmigkeit und
Jesusnachfolge“ nichts mehr zu tun haben wollen. Oder denken wir umgekehrt an
Eltern, die ihre eigenen Kinder verstoßen, weil sie zum Glauben gekommen sind.
All denen und auch Dir und mir, ruft der
Herr zu: Selig bist du! Erachte die Anfechtungen für lauter Freude, denn Du
wirst belohnt werden! - Der Glaube an das Wort Gottes und die Versprechen
des Heilandes bewirkt Geduld in aller Not, und sei sie noch so unsäglich!
Der
herrliche Lohn
Von Terroristen entführte und
freigekommene Christen können das bezeugen: Auch angesichts von täglichen
Todesdrohungen, die Geduld im Glauben an Jesus machte sie still, stark und
zuversichtlich. Wie gerne möchten wir oft alle Anfechtungen loswerden und
unbeschwert unseren Lebensweg gehen. Doch wenn wir sie um des Glaubens Willen
ertragen müssen, so können wir lernen, uns darunter zu beugen und dem Herrn zu
vertrauen. Gott wird gewiß auch uns
daraus „die Krone zum Ewigen Leben“ machen! - Vollkommen, ohne Tadel und ohne
Mangel will ER uns einmal vor Sich stellen (Jak.1,4). - Nicht wir müssen das schaffen, sondern ER
will das mit uns machen, damit wir darin auch Seinem Sohn gleichen (Hebr.2,17).
Wenn wir leidensscheu aller Verfolgung und Leiden aus dem Weg gehen, so würden
wir ja Gottes Handeln an uns im Weg stehen. Leiden um Jesu willen gehört in
dieser Welt einfach mit zur Nachfolge. Jesus sagt selbst:
Gedenket an das Wort, das ich zu
euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie Mich
verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie Mein Wort befolgt, so
werden sie auch das eurige befolgen. Joh.15,20
Das sollten wir wissen, bejahen und
auch lehren. Ein „Wohlfühlevangelium“ ist und bleibt letztlich eine teuflische
Verführung der heutigen Zeit. Wenn wir Jesus lieben, so werden wir auch
bereit sein, für Ihn Leid in dieser Welt zu tragen. Bei all dem werden wir
nicht mit hängendem Kopf herumlaufen müssen, sondern als Seine Jünger durch den
Heiligen Geist getröstete Leute sein, die
glaubhaft auch in schwierigsten Situationen, Jesus als den Quell ihrer
Freude bekennen. Denn wir wissen gewiß, Er hält uns „die Krone des Ewigen
Lebens“ bereit! Nie sind wir wirklich
allein oder trostlos. - So können wir
Jesu herrliches Evangelium einer widerstrebenden, dem Gericht entgegengehenden
Welt immer wieder neu anbieten, in der Gewißheit, daß der Herr selbst hinzutun
wird zu Seiner Gemeinde! Wenn wir das bisher nicht so sehen konnten oder
wollten, nun, so wollen wir jetzt aber nach dem Rat des Jakobus um Weisheit
bitten, daß der Vater durch Sein Heiligen Geist uns dieses aufschließt
(Jakobus.1,5)!
Was brauchen
wir noch?
Wie kommen wir zu dieser Weisheit,
um in jeder Situation das richtige Verhalten eines Jüngers Jesu zu erhalten? In
Psalm 111 Vers 10 wird „die Furcht des Herrn“ als der Weisheit Anfang
bezeichnet und dessen Lob bleibt ewig. Und in Sprüche 1,7 als aller Anfang
jeder Erkenntnis. Die Toren verachten hingegen Weisheit und Zucht. Nun wissen
wir aus vielen Erfahrungen mit „modernen Christen“, das Gottesfurcht und Zucht
gar nicht mehr in Mode sind, sondern Spaß, Freude und Feste feiern in den
Gemeinden hoch im Kurs stehen. Man muß sich nur die meisten christlichen
Jugendveranstaltungen ansehen. Spricht man diese „modernen Christen“ auf den
Widerspruch zur Bibel an, so wird einem sofort gesagt, man müsse mit der Zeit
gehen und Jesus sei auch nicht „eng“ gewesen, man könne heute nicht mehr alles aus
der Bibel so wörtlich nehmen. Meistens hört dann ein fruchtbares Gespräch auf.
Ihr lieben Missionsfreunde, es ist leider die allgemeine Beobachtung, daß
solche Menschen bei persönlichen Nöten und Schwierigkeiten oder Anfeindungen um
Jesu Willen, dann auch kraftlos und sehr verzweifelt sind, bis dahin, daß sie
statt zu beten und Buße zu tun, sich lieber in die Obhut einer psychologischen
oder nervenärztlichen Beratung begeben. Welch eine Armut hat sich unter uns
ausgebreitet! Anstatt mit der Kraft des
Heiligen Geistes zu rechnen und dem Wort Gottes gehorsam zu sein, stürzt man
sich in die Arme humanistischer Psychologie und ihrer Pharmaangebote! Man fühlt sich an das Wort erinnert: „Sie
haben den Schein eines gottseligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie“
(2.Tim.3,5). Wer in allen Lagen als Christ bestehen will, muß sich an den
Herrn halten und muß „bei dem Quell“ frische Kraft empfangen. Und das findet
man allezeit im Wort Gottes durch den Heiligen Geist! Der vielbenutzte
Bibelvers; „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg“
(Ps.119,105), der ist eben nicht nur schön und oft zitiert. Er will in allen
Lagen angewandt werden. So wollen wir in Gottesfurcht und in der Kraft des
Heiligen Geistes unter allen Umständen dem Herrn entgegen gehen. Denn unser
Herr kommt bald und die Krone des Ewigen Lebens mit IHM. Sei es nun, daß Du und
ich das noch auf dieser Erde erleben, oder sei es, daß der Herr Jesus uns
auferweckt zu sich hin (1.Tess.4,16f). - Maranatha! - Unser Herr
kommt, ja komme bald Herr Jesus (Offb.22,20) !
Ihr lieben Glaubensgeschwister, in
dieser Gewißheit seid fröhlich! ER ist in jeder Situation bei Euch! Euer P. R. Sorger,
Missionsleiter