Ich
bin der Weg, die Wahrheit und das Leben;
niemand
kommt zum Vater als durch Mich!
Joh.
14,6
Ihr
Lieben Freunde,
sicher könnt
Ihr Euch auch noch an den wunderbaren Beginn des Glaubens an Jesus Christus
erinnern. Alles war wunderbar in der Liebe zu Jesus, zum himmlischen Vater, der
IHN sandte, um uns von Sünden, Tod und Teufel zu erlösen. Mit großer Freuden
lasen wir die Bibel und beteten allein oder mit anderen Christen. Wir hatten
große Gewißheit, nun angenommene Kinder Gottes zu sein; erlöst durch Jesu Blut.
Die obigen Worte Jesu standen felsenfest in unseren Herzen; wer sollte
uns das rauben können?! - Doch dann dauerte es nicht sehr lange und wir
bemerkten, daß dieses alles verblaßt. Was war die Ursache dafür?!
Die Diagnose:
- Wenn jemand „aus der Welt“ in eine erweckliche
Gemeinde kommt und erlebt, wie alle gemeinsam singen, wie einige Gläubige
inbrünstig beten und wenn er sich dann dort eine gute Predigt anhört, die ihn
trifft, dann gewinnt er oft den Eindruck, „ein Stück Himmel“ betreten zu haben.
Er oder sie begreift, was der Herr Jesus zu seiner Erlösung getan hat und er
nimmt Ihn in sein Herz auf. So erlebt er oder sie „eine echte Bekehrung“, eine
Wiedergeburt, wie die Bibel sagt (Joh.1,12). Die unmittelbare Folge davon ist
große Freude über die Erlösung und die erste Liebe zum Herrn mit dem ernsten Bestreben nach einem reinen, gottgefälligen
Lebenswandel. Doch etwas später merkte dieser Mensch, daß die Gläubigen, eben
jene Mitglieder dieser Gemeinde, auch schlecht übereinander reden, wie
die Weltmenschen ohne Gott. Sie streiten, lügen und betrügen. Er oder sie ist
zunächst entsetzt und fragt: „Wie kommt denn das; gibt es auch unter den
Frommen solche Mißstände?!" Darauf antwortet man: „Mein(e) Liebe(r), in
dieser Welt kann eben niemand heilig sein! Wir alle haben „unsere Fehler und
begehen Fehler“! Doch wenn wir um Vergebung bitten, ist der Herr gütig und
vergibt uns"! Der eben neu bekehrte Mensch erlebt einen Schock. Einige
sind dermaßen enttäuscht oder entsetzt, daß sie in das alte weltliche Leben
zurückfallen. Andere wieder, verlieren lediglich ihren Eifer für ein reines
Leben und akzeptieren „die Tatsache“, daß es offenbar keine allzu große
Tragödie ist, wenn sie selbst auch wieder beginnen zu lügen, zu streiten, zu
betrügen u.s.w. - Sie müssen eben nur Buße tun und um Vergebung bitten, auch
wenn sie mit diesen sündigen Dingen fortfahren, so belehrt man sie. -
Selbstverständlich nehmen sie weiter an den Versammlungen und den üblichen
Aktivitäten der Gemeinde teil. Aber die Freude und der Schwung der ersten
Liebe zu Jesus sind hin. - Versuchen wir nun zu ergründen, was sich auf
geistlicher Ebene in einem solchen Fall abspielt! Das Neue im Leben des
Bekehrten ist seine persönliche Beziehung zu dem lebendigen heiligen Gott, die
weiter wachsen muß, wenn es vorwärts gehen soll! - Die ursprüngliche Freude
über die wunderbare Erlösung entsprang dieser großartigen lebendigen und realen
Gottesbeziehung. Genau das war es, was dem geistlichen Leben des neu Bekehrten
Menschen Inhalt gab! - Wir wissen aus der Bibel, daß wir Gläubigen durch den
Glauben Gemeinschaft haben mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, aber
nur solange, wie wir „im Licht wandeln“! - Sobald wir wieder anfangen zu
lügen, zu betrügen, zu lästern usw., so betrüben wir den Heiligen Geist
(Epheser 4,25-32 und 5,1-6). - Die Sünde trennt uns von Gott; nicht nur vor
der Bekehrung sondern auch danach! - Ein Mensch, der sich wieder neu der
Sünde angepaßt hat, der gelernt hat, wieder neu faule Kompromisse einzugehen
und die Sünde in seinem eigenen Leben toleriert, und tut nicht Buße, hat
dadurch den Heiligen Geist betrübt. Er hat die lebendige Gemeinschaft mit dem
lebendigen Gott verloren! Durch den Verlust der Lebensfülle, der echten tiefen
Gemeinschaft mit Gott, fällt dieser Mensch in seinen ursprünglichen Zustand der
geistlichen Leere zurück. „Die erste Liebe erlischt“ und die Freude über die
Erlösung verblaßt. Bibellesen und Gebet sind nun „nicht mehr attraktiv“, weil
die Gemeinschaft mit Gott blockiert ist. Ein solcher Mensch ist zunächst von
Panik ergriffen, doch er lernt schnell mit dieser inneren Leere umzugehen, ohne
jemandem viel davon zu erzählen. Vielleicht gesteht er sich selbst die Wahrheit
nicht einmal ein. - Möglicherweise redet er auch weiterhin „fromm“ daher und
nimmt auch „am Leben der Gemeinde“ hinfort teil, doch das alles sind nun bloß
leere Formen, ohne Inhalt für ihn! Meistens findet sich auch noch ein Pastor
oder Ältester, der ihm erklärt, „daß wir allein aus Gnaden gerecht werden und
in den Himmel kommen“ und die „guten Werke“, die wir vielleicht in unserem
Leben tun, uns bei Gott nicht helfen können. Zuweilen tröstet man sogar mit
einem aus dem Zusammenhang gerissenen Luther Wort das sagt: „Sündige getrost!“
Halbe
oder die ganze Wahrheit?
Ja, es ist
wahr, und richtig, was die Reformatoren, Martin Luther, Calvin und Zwingli
entdeckt haben: Wir werden allein aus dem Glauben an unseren Erlöser Jesus
gerettet und nicht aufgrund guter katholischer Werke! Diese Erkenntnis aus
der Heiligen Schrift ist gar nicht hoch genug einzuschätzen und sie war
befreiend und frohmachend für die Reformatoren. Aber leider hat man über dieser
Glaubensgrundlage das weitere übersehen
und den sogenannten „Schwärmern“ überlassen. Doch es ist auch wahr; Jesus
hatte nicht nur die Rettung der Gläubigen im Sinn gehabt. ER wollte und will
auch daß diese nun „in einem neuen Leben wandeln“ und nicht mehr wie alle
Weltmenschen weiter in einem elenden Sünderleben fortfahren! - Dazu braucht
es jedoch die Hilfe des HERRN von Oben. Jesus sagt in Johannes 14,26: „…der
Beistand aber, der Heilige Geist, welchen Mein Vater in Meinem Namen senden
wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch
gesagt habe.“ Die ganze Heilige Schrift ist voll von Aussagen über das Werk
des Heiligen Geistes an den Gläubigen. Und doch ist der Heilige Geist in der
Lehre der meisten Kirchen und Gemeinden auf winzige Teilaspekte reduziert
worden, weil man IHM als eine Person des Dreieinigen Gottes mißtraut und lieber
alle Fäden selbst in der Hand halten möchte. Leider haben auch manche Schwärmer
im Lauf der christlichen Geschichte den Heiligen Geist in Mißkredit gebracht,
weil sie Unsinniges und Unbiblisches für ein Wirken des Heiligen Geistes
ausgaben. Dennoch bleibt fest bestehen, was in der Heiligen Schrift über das
Wirken des Heiligen Geistes gesagt ist! Gottes Wort bleibt in Ewigkeit, so
sagt es schon Jesaja 40,8!! Jede
Reformation und Erneuerungsbewegung muß sich daran messen lassen! Und nichts
darf vom heiligen Wort Gottes durch mehr oder weniger geschickte Argumentation
hinzu- oder hinweginterpretiert werden! Geschieht das doch, so entsteht ein
entartetes „bonsai-haftes“(zurückgezüchtetes) Christentum, bei dem die
ursprüngliche Vitalität biblischen Glaubenslebens fehlt, die allein der Heilige
Geist wirken kann. - Wie viele Christen, Gemeinden und Kirchen haben den
Heiligen Geist betrübt, oder versucht, IHN „in kleine Flaschen zu füllen“, die
sie mit eigenwilligen Etiketten bekleben, oder haben IHN sogar aus ihrer Mitte
verbannt! Auch wenn sie noch so laut verkündigen, daß bei ihnen Gott mächtig
wirke, gemessen an der Heiligen Schrift, wird der Herr wohl einst sagen müssen:
„ICH kenne euch nicht!“(Matth.25,12)
Volle Genüge
Nach Jesu
Himmelfahrt ist der Herr zwar nicht mehr sichtbar auf Erden anwesend, aber Er
versprach; nun mit dem Vater und dem Heiligen Geist in den Gläubigen Wohnung zu
machen (Johannes 14,23). - Wir sollen und müssen nun in der Kraft des Heiligen
Geistes nicht mehr „Sklaven einer sündigen Natur“ seit Adam und Eva bleiben! -
Alles was wir brauchen hat der HERR uns durch IHN gegeben:„...wer in Mir
bleibt und Ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von Mir könnt ihr
nichts tun“(Johannes 15,5). Vertrauen wir dem Wort Gottes mehr als
allen anderslautenden menschlichen Lehren, die uns weiß machen wollen, „daß wir
auch als gläubige Christen, außer durch unseren Glauben, uns durch nichts von
den Weltmenschen unterscheiden müssen“? - Nein, wenn wir die liebliche Stimme
unseres Herrn aus der Bibel anders reden hören, dann muß klar sein, wem wir
folgen:„Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie
folgen mir nach“(Johannes 10,27)! Und der Jünger Petrus bestätigt
uns: „Alles, was zum Leben und göttlichen Wandel dient, hat uns Seine
göttliche Kraft geschenkt…“ (2.Petr.1,3). Gott möchte den gläubigen
Menschen in das Bild Seines lieben Sohnes umformen, nachdem dieser durch den
Sündenfall (1.Mo.3) vom lebendigen Gott abgefallen ist. „Laßt UNS Menschen
machen, ein Bild das UNS gleich sei!“(1.Mo.1.26) Diesen, vom Sündenfall
Adams durchkreuzten Vorsatz Gottes, hat Jesus mit Seinem Leiden und Sterben
endlich wieder ermöglicht. Der HERR wollte die zerstörte Gemeinschaft mit dem
Menschen wieder herstellen; und das gelang Ihm durch Kreuz und Auferstehung des
Sohnes. Seit dem ersten Pfingsten begann ER, mit im Glauben wiedergeborenen
Menschen, die in der Kraft des Heiligen Geistes mit Gott leben endlich Kinder
Gottes schon auf dieser Erde zu haben. Nicht erst in der himmlischen Welt,
sondern in dieser von Sünde und Tod noch gekennzeichneten Welt will Christus
Brüder und Schwestern haben. Mit Leuten die nicht mehr in der alten Sündennatur
fest hängen, will der HERR Seine Liebe und Kraft einer verlorenen Menschheit
die Versöhnung anbieten! Darum ermahnt Paulus die Christen in Rom: „Gebt
auch nicht eure Glieder der Sünde hin, als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern
gebt euch selbst Gott hin (Röm 6,13)! - Ihr lieben Freunde, wie
wunderbar ist doch unser Gott, der nicht nur unsere Erlösung mit Jesus
vollbrachte und uns in den hohen Stand der Gotteskindschaft versetzt im
Glauben! Nein, ER gibt uns als
gegenwärtig präsenten Herrn den Heiligen Geist als Führer und Beistand als den
in uns wohnenden Gott mit. So können wir schon in diesem Erdenleben mit IHM in
einer neuen Weise leben, von der die Welt nicht einmal träumen kann, denn sie
sieht IHN nicht und kennt IHN nicht! So beschreibt Paulus die neue Existenz des
wiedergeborenen Christen:„Ihr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geist,
wenn anders Gottes Geist in euch wohnt; wer aber Christi Geist nicht hat, der
ist nicht sein“(Röm.8,9).
- Ihr lieben Glaubensgeschwister, wir wollen uns dem Herrn ganz zur Verfügung stellen und uns nicht mehr „kleinreden“ lassen! Was der HERR verheißt, das will ER auch mit uns vollbringen! Freilich sind wir noch keine sündlosen Menschen, doch wir dienen nicht mehr der Sünde, sondern bringen sie ans Licht in Buße und Reue, sobald wir sie am Wort des Herrn erkennen. Wir wollen im Licht des Herrn leben, dann macht ER uns rein von allen Sünden, wie es Sein Wort sagt in 1.Joh.1,7! - Als Geschwister im Herrn grüßen wir Euch ganz herzlich mit dem Friedensgruß unseres Herrn Jesus: „Shalom“!!! Euer P. Reinhard Sorger
Anmerkung:
Bibelzitate sind aus Luther- oder
Schlachter-Bibel