Die Herrlichkeit des Herrn spiegeln wir aber nun alle mit unverhülltem Angesicht wider und werden umgewandelt
in dasselbe Bild, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich durch des Herrn Geist. 2.Kor. 3,18
Ihr lieben Missionsfreunde!
Wie wunderbar ist es doch, wenn Menschen die
obigen Worte des Apostels Paulus für sich persönlich so erfahren! -
Da werden plötzlich und nachhaltig, verklemmte, von der Sünde gezeichnete und
religiös verdrehte Leute zu fröhlichen Gotteskindern. Da erleben sie und ihre
Mitmenschen die verwandelnde Kraft Gottes heute und hier in dieser doch
ansonsten so hoffnungslos erscheinenden Welt. - Nichts verdunkelt nun weiter
ihr Leben; weder die ökonomische, noch die politische Situation, nicht die
eigene verkorkste Vergangenheit und auch nicht die eigene körperliche
Gebrechlichkeit und Vergänglichkeit. - Sicher kennen wir alle solche Menschen,
denen man es abspürt, daß sie Erlöste des Herrn sind. - Sie haben nicht nur mal
„einen guten Tag erwischt“, sondern sind wirklich dauerhaft von Gott verwandelt
zu einem neuen Leben. - Das sind zum Teil alte Menschen, aber auch viele junge.
– „Leben im Licht, Leben im Geist,
Leben in Jesus“ - so nennt das der Apostel Paulus in allen seinen Briefen. - Im
Gegensatz dazu spricht er auch im zweiten Korintherbrief zuvor von den Juden
seiner Zeit, die leider in blinder Ablehnung gegen Christus und Seine
Nachfolger, wie eine geistliche Decke vor Augen haben und selbst beim Lesen
ihrer Bibel nicht zum Glauben an ihren Messias durchdringen, obwohl dieselbe ja
voll ist, von lauter Prophetien auf Jesus hin. Sie tappen weiter im Dunkel der
Gottesferne, wegen ihrer Ablehnung.
Diese Tragik existiert leider noch immer, und nicht nur bei Juden. - Trotzdem segnen wir
Israel und wissen, daß sich spätestens beim sichtbaren Wiederkommen Jesu der
ganze noch lebende Teil dieses Volkes bekehren wird, wie es die Schrift sagt in
Sacharja 12,9ff, Röm.11,25f und 2.Kor. 3,16. Bis dahin ist uns das „Israel nach
dem Fleisch“ (1.Kor.10,18), „der ältere noch immer
ungläubige Bruder“. Ohne es selbst zu wissen, ist und bleibt Israel bis heute
„Gottes Zeiger“ an der Welt- und Heilsgeschichtsuhr. Erst durch Jesus selbst
wird „die Decke“ von ihrer Bibel und auch von der ganzen Zeit- und
Heilsgeschichte abgetan. - Wir aber
als Jesus-Gläubige, haben heute schon Leben in einer völlig neuen Klarheit und
Weltsicht, das sich auch in unserem Angesicht widerspiegelt. -
Paulus macht uns mit den obigen Worten „ein offenes Geheimnis“ klar:
Wer mit Jesus lebt, auf dessen Angesicht wird die Freude, Kraft und Liebe
des HERRN widerstrahlen! - Hiermit ist nicht ein grundloser Optimismus nach
dem Modell des „positiven Denkens“ der „New Age“ Irrlehre gemeint, sondern eine
ansteckende Freude und Kraft, welche ein Christ empfängt, wenn er Jesus im
Glauben folgt!
- Lieber Leser, ist das auch in Deinem
Leben schon eine spürbare Erfahrung geworden? Oder kann man noch immer in
Deinem traurigen Gesicht „die Decke“ aus Fragen, schlechtem Gewissen und
negativen Lebenserfahrungen sehen? - Ist vielleicht das Licht Jesu in Deinem
Angesicht, ist die Gegenwart Gottes im Heiligen Geist noch verdunkelt bei Dir?
- Paulus redet hier ja nicht bloß von einer „christlichen Partystimmung“, wie
sie heute oft in manchen Konferenzen und Gemeinden erzeugt wird. Er spricht
von der Gegenwart des Heiligen Geistes, die sich auch im Gesicht eines
Gläubigen abzeichnet! - Schon Luther sagte im Vorwort zu einem Gesangbuch
deutlich: „Gott hat unser Herz und Mut fröhlich gemacht durch Seinen lieben
Sohn, welchen Er für uns gegeben hat zur Erlösung von Sünden, Tod und Teufel.
Wer solches mit Ernst glaubt, der kann‘s nicht lassen, er muß fröhlich und mit
Lust davon singen und sagen, daß es andere auch hören und herzukommen!“ Der
Psalmbeter bringt es auf den Punkt, wenn er sagt (Ps.119,133):
„Laß meinen Gang in Deinem Wort fest sein und laß kein Unrecht über mich
herrschen.“ – Lieber Leser, in dieser kurzen Bitte ist trefflich
erbeten, was für ein sieghaftes Leben als Christ nötig ist: Es
ist die Nachfolge Jesu, wie sie uns im Wort Gottes vorgegeben ist! Der Herr
gibt das Siegel des Heiligen Geistes nur für Leute, die wirklich bereit sind,
Seinem Wort zu folgen. – Hier liegt ein Grundproblem vieler lieber Christen
und Gemeinden: Man diskutiert mehr über das Wort Gottes, als ihm zu
gehorchen. Tausend Gründe werden angeführt, warum man dieses oder jenes heute
nicht mehr so sehen oder sagen kann; schließlich will man ja auch „modern“ sein
und seit der Abfassung des Neuen Testamentes sind ja auch schon fast 2000 Jahre
vergangen. - Demgegenüber steht aber
die große Verheißung Jesu: „Selig sind jene, die Gottes Wort hören und tun!“(Lk. 8,21) - Nehmen wir des Herrn Wort doch
ernst, wenn Er sagt: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des
Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen!“ (Joh.7,38) Der Herr will
durch Seine Kinder auf dieser Erde wirken und wir dürfen „Botschafter an
Christi Stelle“ in dieser Welt sein (2.Kor. 5,20)! Lassen wir uns also Sein
Wort nicht klein– oder ausreden, sondern
nehmen wir es ernst in seiner Anforderung und seiner Verheißung! - Wie immer
Deine augenblickliche Situation auch sein mag; als Gotteskind bist Du
Botschafter an Christi Stelle und Du hast den allmächtigen Gott auf Deiner
Seite! Das macht Dich wertvoll, gibt Dir Vollmacht und Freude! Aber es
macht Dich von Ihm auch ganz abhängig und demütig! Denn alles, was wir haben,
das kommt ja durch IHN und von IHM. So brauchen wir uns von den Widersachern
Gottes nicht einschüchtern lassen. Wir haben ein ewiges Evangelium zu
verkündigen! - Eine gläubige junge Frau wurde kürzlich von ihrer
Arbeitskollegin gefragt, warum sie immer so fröhlich und freundlich sei, obwohl
es an ihrer Schule doch oft gehässig und unkollegial zuginge und auch sie
selbst davon oft betroffen sei? Die
Gläubige antwortete ihr: Das könne sie durch Jesus, der ihr immer wieder neu
Kraft und Freundlichkeit auch für die schwierigen Kollegen und Kinder schenke.
Daraufhin wollte diese Kollegin mehr von ihr über ihren Glauben an Jesus
erfahren. So hatte sie eine unverhoffte Gelegenheit, den Weg zu einem erfüllten
Leben mit Jesus zu weisen. Daraufhin bekehrte sich diese Frau dann zu Jesus,
und nun kann sie trotz der manchmal bedrückenden Arbeitsatmosphäre auch auf
ihrer Arbeit, fröhlich als Christ leben. – Das ist nur eins von vielen
Beispielen, wie uns der Herr im Alltag, Möglichkeiten bietet, „mit aufgedecktem
Angesicht“ die Herrlichkeit Gottes widerzuspiegeln! Als Christen in der Finsternis dieser gottvergessenen Welt wie Lichter
zu leuchten; dazu schenkt der Herr Kraft und Gelegenheiten! Darum wollen auch wir uns täglich ganz IHM
hingeben und uns nicht von unrechten Bedingungen beherrschen lassen! Wenn uns
der Herr eine Zeitlang in dunkle Verhältnisse stellt, dann hat auch das Stehen in
diesen unangenehmen Situationen seinen Zweck. Der Herr will meist durch uns in
diese Verhältnisse „hineinleuchten“, ob sich nicht doch jemand dort retten
lassen will! - So sind unsere Verlegenheiten oft „die Gelegenheiten Gottes!“
– Und was ist, wenn jemand alt und krank, nicht mehr aus dem Bett
herauskommt? Kann dessen Angesicht auch noch die Herrlichkeit des Herrn
widerspiegeln? - Die Antwort lautet; Ja, das ist möglich, weil der Herr selbst
gelitten hat und auch im Leiden die Herrlichkeit Gottes bei Ihm war. So ist der
ER auch dann noch gegenwärtig, gerade, wenn es für uns ans Sterben geht! Es
gibt genug Zeugnisse von leidenden und sterbenden Christen, die auch noch in
der Sterbestunde den Trost und die Liebe Gottes an die Hinterbliebenen
ausstrahlten! - Auch der Tod konnte das Licht Jesu auf ihrem Angesicht nicht
auslöschen! - Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob jemand im Glauben an
Jesus leidet oder auch stirbt, gegenüber einem Menschen, der das alles ohne den
Herrn erfährt! - „Der Tod ist
verschlungen in den Sieg! Tod wo ist dein Stachel? Hölle wo ist dein Sieg!“ - So ruft Paulus in 1.Kor.15,55
triumphierend aus. Lieber Leser, wenn Du Dich so ganz in den Willen des Herrn
hineingibst, dann will der Herr auch Dich zu Seinem herrlichen Zeugnis
gebrauchen! ER will Dich dazu mit Seinem Heiligen Geist erfüllen und befähigen! - Glaube es, wie Sein
Wort es sagt! Amen!
In Jesus verbunden grüßt Dich BfdW mit Pastor R. Sorger
Es glänzet der Christen inwendiges
Leben,
obgleich sie von außen die Sonne
verbrannt.
Was ihnen der König des Himmels
gegeben,
ist keinem, als ihnen nur selber
bekannt.
hat ihre erleuchteten Sinne gezieret
und sie zu der göttlichen Würde
geführet.
Sie scheinen von außen oft arm und
geringe,
ein Schauspiel der Engel, verlacht
von der Welt;
doch innerlich sind sie voll
herrlicher Dinge,
der Zierrat, die Krone, die Jesus
gefällt,
das Wunder der Zeiten, die hier sich
bereiten,
dem König, der unter den Lilien
weidet,
zu dienen mit heiligem Schmucke
bekleidet.
Christian
Friedrich Richter 1704