„...der Gemeinde zu Ephesus schreibe:“
Ihr lieben Missionsfreunde,
wie schnellebig unsere Zeit
ist, merken wir nicht nur mit zunehmendem Alter, sondern auch an den sehr
geschwind wechselnden Schlagzeilen. Gerade erst war Weihnachten und wir
erinnern uns neben der guten Nachricht aus Bethlehem an die schockierenden
Meldungen vom Seebeben in Ostasien, und schon erreichen uns die nächsten
Schreckensnachrichten. - Zu Beginn des neuen Jahres hat es sogar hier bei uns
in Sulz deutlich gebebt, so daß auch wir hier eine kleine persönliche
Vorstellung bekamen, wie schnell selbst in Deutschland in Sekunden alles aus
sein könnte. Die Bibel sagt uns ja einiges für die Zeit vor dem Wiederkommen
des Heilands voraus. - Aber wir wollen damit keine Angst machen, sondern vielmehr
unseren Kopf erheben (Luk.21,28) und um
so treuer das tun, was der Herr den Seinen aufgetragen hat! Bist Du bereit für den Herrn? Wir sehen den Ernst der Stunde. - Der Herr
klopft nicht nur an die Herzenstür der Suchenden (Offb.3,20), Er „klopft“ zuweilen
auch unsanft an unsere Türen und sogar an die Erdkruste, damit alle Menschen
ganz neu und ernsthaft nach Ihm fragen! - So schrecklich, wie es ist, wenn
Menschen ihr Hab und Gut, oder gar ihr Erdenleben plötzlich verlieren, so
ungleich schrecklicher ist es, wenn sie das Ewige Leben verlieren, welches der
Herr ihnen eigentlich zugedacht hatte! - Ohne Glauben und ohne Versöhnung
vor dem Herrn zu erscheinen, das ist wohl das größte Unglück, das einen
Menschen treffen kann!!! - Ihr Lieben, das müssen wir uns im Blick auf die
Mission im Großen, wie im Kleinen, auch in Familie und der Nachbarschaft immer
mal wieder ins Gedächtnis rufen! - Viele gehen um uns her verloren, weil unser
Herz nicht wirklich für ihre Errettung brennt!
Ein bekehrter Pastor, namens Martin Niemöller, hatte während des
Nazi-Regimes einen bewegenden Albtraum: Er sah Hitler beim „Jüngsten
Gericht“ auf sich zeigen und sagen: „Der hat mir nie etwas vom
Evangelium gesagt!“ - Nun, dieser Traum hatte den Pastor mitten ins Herz
getroffen. Er hat Hitler dann sehr deutlich Buße und Evangelium verkündigt und
wurde dafür „sein persönlicher Gefangener“ bis Kriegsende. - Von da an war das
Motto dieses Mannes immer; “Was würde Jesus sagen?!“ - Wir haben die
Bibel, die zu fast allen Fragen direkt oder indirekt deutlich Antworten gibt;
auch z. B. auf die Frage: Ob wir persönlich bereit sind, plötzlich vor dem
Herrn zu erscheinen? - Nehmen wir uns zur Antwort einfach `mal des Herrn
Wort an die Gemeinde von Ephesus in Offb.2,1-7
vor. Diese Gemeinde war damals eine sehr treue und blühende
christliche Gemeinde in einer bekannten griechisch-römischen Hafenstadt an der
Ägäis in der Nähe des heutigen türkischen Izmir. Der Herr lobt ausdrücklich
diese Christen mit einem sehr guten Zeugnis, das für jede Gemeinde heute
vorbildhaft wäre. Er lobt ihre Werke der praktischen Nächstenliebe, die
Missionsarbeit, die Geduld und die klare bibeltreue Lehre in der Gemeinde. Er
lobt die saubere Gemeindetheologie, bei der sich keine Irrlehrer und keine
falschen Lehren etablieren konnten. – Falsche Apostel hatten in Ephesus keine
Chance, denn sie wurden sofort im Geist und Wort erkannt. Es war eine
bekennende und kämpfende Gemeinde, die aller heidnischen Unterwanderung und den
Angriffen von innen und außen erfolgreich widerstand: „Ich weiß deine Werke und deine Arbeit und
deine Geduld und daß du die Bösen nicht ertragen kannst, …..und hast um meines
Namens willen Lasten getragen, und bist nicht müde geworden,“ so
lobt der Herr. – Was für prächtige Christen, die sich da zusammengefunden
hatten! Paulus hatte dort wirklich jahrelang nicht umsonst gewirkt und sicher
hat auch der Jünger Johannes das Seine dazu beigetragen. So war der geistliche
Segen deutlich noch Jahrzehnte später in der Gemeinde zu spüren. - Mir fällt in
diesem Zusammenhang so manche Gemeinde ein und mancher köstliche Christ, den
ich kennen lernen durfte, wo auch der Segen eines treuen Evangelisten oder
Hirten lange Jahre nach dem Ende des jeweiligen Dienstes noch weiter spürbar
ist. Es gibt sogar Gegenden in Deutschland, Österreich, der Schweiz und
anderswo auf dieser Erde, da spürt man noch Generationen später den Segen für
die ganze Region durch den Dienst guter treuer Diener des Herrn. Bis heute
können sich dort kaum Irrlehrer etablieren und der allgemeine Sittenverfall der
sonst heidnischen Umwelt hat dort auch nur wenig Erfolg. - Den Herrn freut
solches zweifellos! - „Und hast um
meines Namens willen Last getragen und bist nicht müde geworden“ - so lobt der himmlische Herr die Epheser. -
Hier wird deutlich, daß Christsein nicht nur immer eine fröhliche Sache ist,
wie manche heute denken, sondern auch in einer heidnischen und feindlichen
Umgebung allerhand Risiken enthält. Die Christen in Rußland, Sudan, Nigeria,
China und anderswo können heute noch ein Lied davon singen. Und auch uns hier
in Europa weht wieder mehr und mehr ein scharfer antichristlicher Wind
entgegen. Bald wird man auch in Deutschland nicht mehr frei sagen dürfen, was
die Bibel zu Homosexualität und Abtreibung sagt, ohne dafür strafrechtlich
belangt zu werden. Die „Rot-Grüne“ deutsche Regierung hat kürzlich ein
sogenanntes „Antidiskriminierungsgesetz“ verabschiedet, das den Weg zu einer
subtilen Christenverfolgung auch in Deutschland eröffnen wird. Wer nun immer
noch laut bestimmte biblische Bewertungen öffentlich verkündigt, dem wird
„wegen Diskriminierung von Minderheiten“ mit dem Strafrecht beigebracht werden,
was in Deutschland „politisch korrekt“ ist. Also dürfen auch wir hier in
Deutschland künftig etwas mehr Last um Jesu Willen tragen, die in anderer Weise
jene Epheser längst vor uns ertrugen. Denn sie lebten schon damals in einer
sehr aggressiven heidnischen Umgebung, die eine öffentliche Kritik an den
religiösen und ethischen Verhältnissen nicht zuließ, ja zuweilen mit einem
Volksaufstand quittierte (vergleiche Apg. 19,23ff). - Ähnliches könnte heute
wohl einem Christen oder einer ganzen Gemeinde widerfahren, wenn man sich
öffentlich gegen Homosexualität oder die Fastnacht / Karneval, in bestimmten
Gegenden Deutschlands ausspräche. Mehr als „Epheser Verhältnisse“ haben, wir
schon in den großen Kirchen, wenn man bedenkt, daß nicht nur Pfarrer und
Bischöfe ihre Kirchen für Homosexuelle oder kostümierte „Fastnachts-Narren“
öffnen, sondern selbst der oberste deutsche Kardinal Lehman in einem „Wort zum
Sonntag“ (am 6.2.05 im DLF) die närrische Jahreszeit als ein „gutes Brauchtum“
darstellt und in seiner ganzen „Andacht“ den Namen Jesus oder das Wort „Gott“
nicht einmal erwähnt! So kann jemand, der es besser wissen müßte, aber nicht
mehr auf der Seite Jesu steht, mit Recht den Orden „wider den tierischen Ernst“
tragen (der wurde Lehmann 2005 verliehen), aber so auch ganz gewiß nach Römer
1,21ff zum Narren werden. – Anders hier die Epheser Gemeinde, welche sich in
ihrer antichristlichen Umgebung hervorragend behauptete und die Last der
christlichen Fremdlingsschaft in dieser Welt willig trug!
Was aber fehlt?
- Und doch muß der Herr, weil Er die Vollkommenheit und ganze Hingabe
bei Seinen Kindern sucht, auf den entscheidenden wunden Punkt in dieser Gemeinde
hinweisen: „Aber ich habe wider dich, daß du die erste Liebe
verlassen hast. Gedenke wovon du gefallen bist und tue Buße und tue die ersten
Werke“(Offb.2,4). - „Die
verlassene erste Liebe“ - was kann das sein, wenn eine ansonsten
vorbildliche Gemeinde, eine derart herbe Kritik bekommt, die letztlich sogar
alles andere entwertet und „das Umstoßen des Leuchters“, also die Verwerfung
der Gemeinde zur Folge hätte?! - Manche Ausleger meinen, daß Jesus hier das
Fehlen diakonischer Liebeswerke an den Armen kritisierte, „weil die Epheser
dieses in lauter Rechtgläubigkeit vergessen hätten.“ - Das ist sicher ein
bedenkenswerter Nebengedanke, zumal man zuweilen solches wirklich unter „streng
Rechtgläubigen“ beobachten kann. Aber hier handelt es sich nach dem griech.
Urtext nicht um die Nächstenliebe, sondern vielmehr um die alles begründende
Agape, die Liebe des Herrn Jesus. - Diese Christen hatten im Kampf
und Streit mit Sünde, Welt und Teufel - in lauter treuer christlicher
Pflichterfüllung gegenüber dem Herrn - einfach vergessen, daß der Herr in
erster Linie die Gemeinschaft der Gläubigen in Seiner Liebe sucht! - Eine
Schwemme von Ichsucht, Zank, Verrat, Verleumdung, Lüge und Grausamkeit der Welt
drohte die tiefe Jesus-Liebe in ihrem Leben hinwegzuspülen und zu ersticken.
Was übrig blieb, war nur noch eine „lieblose Treue“, wie man sie zuweilen in
einer altgewordenen schlechten menschlichen Ehe beobachten kann. - Die
ursprünglich wärmende Glut dankbarer Liebe und Freude über das einzigartige
Geschenk der Gemeinschaft mit dem Herrn im Heiligen Geist war verlorengegangen
im alltäglichen Kampf und Ausharren unter den angespannten „Epheser
Verhältnissen“.
Buße bringt neue Liebe
- Ihr lieben
Missionsfreunde, wer kennt das nicht auch, dieses Gefühl von ausgebrannter
Liebe zu dem Herrn und zu seinen Mitmenschen nach Jahren anstrengenden
Glaubenskampfes?! - Erinnerst Du Dich noch an die Zeit, als Du gerade
gläubig wurdest; wo Du Jesus ein Loblied nach dem anderen gesungen hast und
viel Zeit mit Bibellesen und Gebet verbrachtest? - „Ich lieb’ den Herrn, Er
hat mein Fleh’n erhört, denn Er neigte Sein Ohr zu mir. - Darum will ich zu Ihm
rufen solange ich leb’ – ich lieb’ den Herrn, ich lieb’ den Herrn...!“
- So hast Du vielleicht gesungen und Du warst gewiß, daß Dich der Herr mitnehmen
würde, wenn Er heute käme, um Seine Brautgemeinde zu entrücken. Aber dann kam
der Kampf des alltäglichen Christenlebens, von innen und außen, und die stille
Zeit mit dem Herrn wurde kürzer und kürzer. Es fehlte immer mehr die tägliche
lebendige Liebesverbindung zum Herrn. Vieles Richtige wurde nur noch
reflexartig und nicht mehr aus tiefer Liebe zu Jesus getan. - Verstehst Du,
lieber Missionsfreund, wie es den Ephesern und vielleicht auch Dir erging?
Siehst Du, wie sehr das kraftvolle und sieghafte Christenleben von der
lebendigen Liebesbeziehung zu Jesus abhängt?! Deshalb ruft der Herr den
Ephesern und auch uns zu: „Gedenke wovon du gefallen bist, tue Buße
und tue die ersten Werke!“ (V.5). -
Ohne die Pflege unserer lebendigen Jesusbeziehung wird auch unser Glauben
erkalten, und alles was wir tun, so richtig es auch sein mag, wird mehr und
mehr den toten Werken der einstigen Pharisäer gleichen, als der lebendigen
Glaubensfrucht aus Liebe zu Jesus und unseren Mitmenschen. - Nehmen wir uns
unbedingt wieder neu diese Zeit der Pflege unserer Liebesbeziehung zum Herrn,
denn das ist die einzige Zeit, die wir mit göttlichen Zinsen zurückerhalten!
Darum frage Dich in der Stille selbst; tust Du die Dinge für den Herrn auch
wirklich aus Liebe zu IHM, oder nur aus Gewohnheit? Dies ist die
entscheidende Frage, damit Dich der Herr an Seinem großen Tage wiedererkennt! Jesus
will uns beschenken mit den Früchten vom Baum des Lebens und uns schon hier zu
siegreichen Überwindern in Seiner Liebe machen (Vers 7)! - Danke,
liebster Herr Jesus, für Dein so liebevolles Zurechtbringen! Amen! - In
unserem Herrn Jesus Christus verbunden grüßt Euch herzlich BfdW und Euer Pastor R. Sorger
Liebe ist was Du schenkst.
Liebe nur was Du denkst.
Liebe, o Jesus, ist Dein Wesen.
Gnade hast Du gebracht
in meine Herzensnacht.
Gnade erhält nun meine Seele.
anonymer neuzeitlicher Chorus